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Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Pflege

Etablierung/Stärkung einer Präventionskultur in Unternehmen der Pflegebranche und Förderung der Gesundheitskompetenz von Beschäftigten zur Reduktion des Einflusses physischer und psychosozialer Risikofaktoren auf Muskel- und Skelett-Erkrankungen (MSE)

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Bisherige Untersuchungen (BGW-DAK Report; AOK Report) zeigen, dass Arbeitsunfähigkeit auf Grund von Muskel- und Skelett-Erkrankungen (MSE) bei Beschäftigten in der Pflege deutlich häufiger vorkommt als im Durchschnitt aller Beschäftigten des Gesundheitswesens. Insgesamt entfallen in Deutschland etwa ein Viertel aller Arbeitsunfähigkeitstage auf Erkrankungen des Muskel- und Skelettsystems.

Ursachen:

Ursächlich für die hohe Fallzahl von MSE in der Pflege sind nicht allein belastende Tätigkeiten wie beispielsweise schweres Heben bei der Umlagerung von Patienten. Im Arbeitsalltag spielen vielmehr Frequenz und Dauer der belastenden Tätigkeiten die entscheidende Rolle. Von einer hohen Frequenz und Dauer belastender Tätigkeiten ist beispielsweise die Alten- und Intensivpflege betroffen. Vorherrschend ist dort nach wie vor die manuelle Lastenhandhabung. Hebe- und Tragehilfen werden - soweit sie vorhanden sind - nur eingeschränkt genutzt. Tätigkeiten, die mehrere Personen bei der Pflege benötigen, werden in der Praxis häufig allein und ohne Hilfsmittel durchgeführt. In der Alten- und Intensivpflege sind auch Sturz- und Rutschunfälle sowohl bei Patienten/Bewohnern, als auch bei Pflegekräften keine Seltenheit. Liegen die Ursachen hierfür bei den Patienten/Bewohnern in deren vielfacher Immobilität begründet, kommt es bei Pflegekräften eher durch zeitliche Anspannung (psychische Belastung) zu Stolper- und Rutschunfällen.

Auswirkung:

Der Volkswirtschaft in Deutschland entstehen durch Muskel-Skelett-Erkrankungen Kosten von ca. 24 Mrd. Euro pro Jahr. In der Altersgruppe der 14 - 29-Jährigen stieg der Anteil der Rückenleiden von 36 % (1998) auf 61 % (2004). Hauptursachen dafür sind allgemeine Verspannung, falsche Körperhaltung, einseitige Belastung und Stress (Emnid Studie 2004). Gleichzeitig erreicht man diese Altersgruppe nur unzureichend mit dem von den Kassen vorgeschlagenen Präventionsprogramm "Bewegung".

Ziel:

  • Entwicklung einer Präventionskultur in den Unternehmen und bei den Führungskräften der Pflegebranchen
  • Förderung der Gesundheitskompetenz der Beschäftigten und Versicherten in den Pflegeberufen.