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Gesund und erfolgreich arbeiten im Büro

Etablierung/Stärkung einer Präventionskultur in Büro-Betrieben zur Reduktion des Einflusses physischer und psychosozialer Risikofaktoren auf Muskel-Skelett-Belastungen und -Erkrankungen (MSE) und Förderung der Gesundheitskompetenz von Führungskräften und Beschäftigten durch die Entwicklung zielgruppen- und tätigkeitsspezifischer Schulungsangebote

Muskel- und Skelett-Erkrankungen sind der häufigste Grund für Arbeitsunfähigkeit. 24,2 Prozent, also fast ein Viertel aller Arbeitsunfähigkeitstage, gehen auf MSE zurück. Die Bedeutung von MSE im betrieblichen Fehlzeitengeschehen nimmt mit dem Alter aufgrund eines häufigeren Auftretens von chronisch-degenerativen Erkrankungen kontinuierlich zu. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels wird daher in den nächsten Jahren ein weiterer Anstieg der Beschwerden erwartet.

Ursachen:

Im Bürobereich ist der Computer das bei weitem wichtigste Arbeitsmittel: 76,8 Prozent der Beschäftigten nutzen für ihre Tätigkeit einen PC. Als physische Belastungsfaktoren wirken im Bürobereich einseitige Körperhaltungen und insbesondere der Bewegungsmangel verstärkend auf die Entwicklung von MSE. Zu den arbeitsbedingten psychosozialen Risikofaktoren für die Entwicklung von MSE zählen "geringe soziale Unterstützung bei der Arbeit", "geringe Arbeitszufriedenheit" und "geringer Entscheidungsspielraum bei der Arbeit". Im Rahmen der BIBB/BAuA-Befragung (2006) gaben 53 Prozent aller Befragten an, unter Termin- und Leistungsdruck zu arbeiten. Von der Mehrheit wird dies als Belastung empfunden. Empirisch belegt ist außerdem ein enger Zusammenhang zwischen psychosozialen Belastungen und der Aufrechterhaltung und Chronifizierung von Muskel- und Skelett-Erkrankungen.

Auswirkung:

Der Volkswirtschaft in Deutschland entstehen durch MSE Kosten von ca. 24 Mrd. Euro pro Jahr. Der Verlust durch krankheitsbedingten Produktionsausfall wird auf 8,5 Mrd. Euro und der Verlust von Arbeitsproduktivität auf 15,4 Mrd. Euro geschätzt. Darüber hinaus führen Muskel- und Skelett-Erkrankungen zu subjektivem Leiden und vorzeitigem Ausscheiden aus dem Erwerbsleben.

Ziel:

Blick in einen Büroflur, Foto: FOX

Die Etablierung und Stärkung von Präventionskultur in den Unternehmen fördert die systematische Wahrnehmung des Arbeitsschutzes und verringert psychische Fehlbelastungen. Die Förderung von Gesundheitskompetenz befähigt die Mitarbeiter zu einem kompetenten Umgang mit (psychischen) Belastungen, so dass eine langfristige Reduzierung von MSE erreicht wird.

Geplante Aktivitäten:

1. Aufnahme des Ist-Zustandes

Mittels eines Erhebungsbogens kann der Ausgangszustand bezüglich Präventionskultur und Gesundheitskompetenz in einem Unternehmen erfasst und Ansatzpunkte für Maßnahmen abgeleitet werden. Die Feststellung des Ausgangszustandes beinhaltet neben Überprüfungen zur Gefährdungsbeurteilung und Arbeitsschutzorganisation auch die Kompetenz zu gesunder Führung und - nicht zuletzt - die Umsetzung der Bildschirmarbeitsverordnung in den Bürobereichen.

2. Beratung

Um Unternehmen und Mitarbeiter zu befähigen, Maßnahmen zur Förderung von Präventionskultur und Gesundheitskompetenz umsetzen zu können, bedarf es sowohl der Qualifizierung von Führungskräften bzw. weiteren betrieblichen Multiplikatoren als auch der Schulung von Mitarbeitern.

3. Konzepterstellung und Maßnahmen

Zur fachlichen Unterstützung bei der Erstellung von Konzepten und der Auswahl geeigneter Maßnahmen haben sich im Rahmen dieses Projektes folgende Partner zusammengetan: Unfallversicherungsträger, Staatlicher Arbeitsschutz, Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände sowie externe Dienstleister mit Erfahrung in betrieblicher Gesundheitsförderung

4. Umsetzung der Maßnahmen

In Zusammenarbeit mit den beteiligten Aufsichtspersonen setzen die ausgewählten Betriebe Maßnahmen um.

5. Projektevaluation

Zum Nachweis der Wirksamkeit der Maßnahmen werden Veränderungen in den Betrieben im Vergleich zur Ausgangslage erfasst.

Arbeitsprogrammleitung

Leiter des Arbeitsprogramms
Helmer Nettlau
Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG)
Deelbögenkamp 4
22297 Hamburg
E-Mail:

Stellvertretende Leitung
Beate Pflugk
Landesamt für Arbeitsschutz
PF 90 02 36
14438 Potsdam
E-Mail:

Nathalie Henke
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
Friedrich-Henkel-Weg 1-25
44149 Dortmund
E-Mail: