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Gesundheitsschutz bei Feuchtarbeit und Tätigkeiten mit hautschädigenden Stoffen

Informationen zum Arbeitsprogramm Haut

Hauterkrankungen erzeugen nicht nur großen Leidensdruck bei den Betroffenen, sondern auch hohe Kosten. Die gesetzlichen Unfallversicherungen wenden pro Jahr ca. 22 Millionen Euro für die Behandlung von Hauterkrankungen und deren Folgen auf (2007). Der volkswirtschaftliche Schaden wird auf ca. 1,25 Milliarden Euro geschätzt. Nahezu ein Drittel aller gemeldeten Berufskrankheiten sind Erkrankungen der Haut.

In 30 Prozent der Fälle wurde Feuchtarbeit als Verursacher von Hauterkrankungen festgestellt. Weitere häufige Verursacher sind hautschädigende Stoffe wie Desinfektions- und Reinigungsmittel, Schmierstoffe, Chromate in Zement, Nickel und Epoxydharze.

Als Feuchtarbeiter gilt, wer seine Haut täglich zwei Stunden und länger dem Wasser aussetzt. Aber auch wer regelmäßig flüssigkeitsdichte Schutzhandschuhe trägt oder sich häufig und intensiv die Hände reinigt, ist gefährdet. In Deutschland sind etwa eine Million Arbeitnehmer Feuchtarbeiter.

Die intakte Hornschicht der Haut ist eine wesentliche Voraussetzung für ihre Schutzfunktion gegenüber äußeren Einflüssen. Der länger dauernde oder ständig wiederholte Kontakt mit Wasser kann ebenso wie die Einwirkung von z. B. Wasch-, Reinigungs- und Desinfektionsmitteln, Schmierstoffen etc. zur Schädigung der äußeren Hautschichten führen.

Ziele des Arbeitsprogramms Haut

Viele Hauterkrankungen könnten vermieden oder ihre Schwere verringert werden, wenn geeignete Schutzmaßnahmen ergriffen und konsequent umgesetzt würden. Eine adäquate Gefährdungsbeurteilung und die betriebliche Organisation von Schutzmaßnahmen bilden dafür die Grundlage.

Hier setzte das Arbeitsprogramm Haut an. Ziel war es, das Wissen der betrieblichen Arbeitsschutzverantwortlichen und der betroffenen Beschäftigten um die Gefährdungen der Haut zu erweitern. Insbesondere sollte erreicht werden, dass den Gefährdungsbeurteilungen unter Einbeziehung von Feuchtarbeit und hautschädigenden Stoffen größere Aufmerksamkeit zukommt. Die Zahl der Betriebe, die geeignete Schutzmaßnahmen umsetzen und ihre Wirksamkeit kontrollieren, sollte erhöht werden. 

Betriebsbesichtigungen

Im Rahmen des Arbeitsprogramms hat das Aufsichtspersonal der Länder und Unfallversicherungsträger in 2009 und 2010 mehr als 21.000 Betriebe besichtigt, in denen hautschädigende Tätigkeiten eine Rolle spielten. Grundlage der Gespräche vor Ort war ein einheitlicher Erhebungsbogen. Folgende Themen wurden bei den Besichtigungen angesprochen:

  • Durchführung und Angemessenheit der Gefährdungsbeurteilung
  • Umsetzung und Kontrollen von Schutzmaßnahmen gegen Hauterkrankungen
  • Unterweisung der Beschäftigten zu Gefährdungen der Haut


Das Arbeitsprogramm legte den Fokus auf kleine und mittelständische Unternehmen. Insbesondere sollten folgenden Zielgruppen erreicht werden:

  • Unternehmer
  • Führungskräfte
  • Sicherheitsfachkräfte / Sicherheitsbeauftragte
  • Betriebs- und Werksärzte
  • Einkäufer von Arbeitsstoffen und persönlicher Schutzausrüstung
  • Beschäftigte an Arbeitsplätzen mit hautgefährdende Tätigkeiten


Den Schwerpunkt der Aktivitäten bildeten die Branchen 

  • Lebensmittelherstellung, -bearbeitung, -verkauf, Fischverarbeitung
  • Beherbergungs- und Gaststättenwesen
  • Land- und Forstwirtschaft, Gartenbau
  • Gesundheits-, Veterinär- und Sozialwesen
  • Erbringung von Dienstleistungen (z. B. Servicebereiche)
  • Bauhaupt- und -nebengewerbe
  • Metallerzeugung und -verarbeitung, Fahrzeugbau
  • Chemische Industrie

Erste Fortschritte beim Hautschutz

Zum Zeitpunkt der Erstbesichtigungen waren in einem Drittel der Fälle keine bzw. keine geeigneten Gefährdungsbeurteilungen vorhanden. Auch dort, wo Gefährdungsbeurteilungen erstellt worden waren, zeigten sich Defizite durch die fehlende Berücksichtigung von Feuchtarbeit und hautschädigenden Stoffen. 

Die tatsächlich getroffenen Schutzmaßnahmen hingegen waren deutlich besser als die Dokumentation der Gefährdungen. Bei zwei Drittel der Betriebe konnte daher auf eine Zweitbesichtigung verzichtet werden.

Die Zweitbesichtigungen im Abstand von einigen Monaten zeigten eine deutliche Verbesserung der Arbeitsschutzsituation und des Informationsstandes über Hautgefährdungen und Schutzmaßnahmen im Betrieb.

Die vollständige Auswertung der Erhebungsergebnisse ist im Abschlussbericht des Arbeitsprogramms enthalten. Den Abschlussbericht sowie eine Kurzfassung (Deutsch und Englisch) finden Sie in der Box "Zum Thema".