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Sicherheit und Gesundheitsschutz bei einseitig belastenden und bewegungsarmen Tätigkeiten an Produktionsarbeitsplätzen in der Ernährungsindustrie

Verringerung von Muskel- und Skelett-Erkrankungen (MSE) in der Nahrungsmittelindustrie durch Erhöhung der Kompetenzen bei Beschäftigten, Führungskräften und betrieblichen und überbetrieblichen Arbeitsschutzexperten

Die Nahrungsmittelindustrie arbeitet teilweise noch sehr handwerklich orientiert. Langes Stehen oder schweres Heben und Tragen sind nur einige der Tätigkeiten, die in Produktion, Lager und Logistik zu MSE führen. Neben akuten Beschwerden treten im Vorfeld von Erkrankungen auch massive Einschränkungen der Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft auf. Im Zuge des demographischen Wandels wird sich diese Problemlage noch verschärfen. Das Arbeitsprogramm richtet seinen Focus deshalb in erster Linie auf das Thema Gesundheit und Qualifikation.

Ursachen:

Viele Betriebe in der Nahrungsmittelindustrie haben den engen Zusammenhang zwischen Gesundheit bzw. Leistungsfähigkeit der Beschäftigten und Produktionsqualität noch nicht in seiner ganzen Tragweite erkannt. Ob sie im Betrieb gesund und sicher arbeiten können, beeinflusst die Beschäftigten maßgeblich in ihrer Leistungsfähigkeit und -bereitschaft. Geeignete betriebliche Bedingungen für hohe Leistungsfähigkeit bis zur Rente stellen eine wesentliche Voraussetzung für Produktivität und Produktqualität dar.

Nur in wenigen Betrieben der Nahrungsmittelindustrie ist in diesem Feld bereits eine systematische Herangehensweise - etwa im Rahmen von betrieblichem Gesundheitsmanagement (BGM) - etabliert. Soll das Problem zielführend angegangen werden, zeigen sich auf allen betrieblichen Ebenen, aber auch bei überbetrieblichen Arbeitsschutzexperten Verbesserungspotenziale gerade im Bereich Gesundheitskompetenz.

Auswirkung:

Die epidemiologischen Erkenntnisse zu MSE in der Nahrungsmittelindustrie sind noch nicht ausreichend. Dennoch kann davon ausgegangen werden, dass neben der Fallzahl auch das Ausmaß der prämorbiden Beschwerden in der Branche erheblich ist. Unternehmerische Kosten entstehen deshalb nicht nur durch Arbeitsunfähigkeitstage (AU-Tage), sondern auch durch mangelnde Leistungsbereitschaft und -leistungsfähigkeit während der Arbeit, die auf die entsprechenden Beschwerden zurückzuführen ist.

Ziel:

Verringerung der AU-Tage aufgrund von MSE bis 2012 durch:

  • Erhöhung der Gesundheitskompetenz durch Qualifizierung
  • Optimierung des ergonomischen Kontextes
  • Aktivierung von Beschäftigten und Betrieben für das Thema Gesundheit
  • Förderung des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM)