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Sensibilisierung von Schülerinnen und Schülern zu Sicherheit und Gesundheitsschutz in Schulen

Informationen zum Arbeitsprogramm Schulen

Mit dem Arbeitsprogramm Schulen gehen die Träger der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA) das Thema Arbeits- und Gesundheitsschutz unter Schülerinnen und Schülern an allgemeinbildenden Schulen an. Schulen sind neben der Familie die wichtigste Sozialisationsinstanz für Kinder und Jugendliche. Damit spielen Schulen auch für die Entwicklung des Sicherheits- und Gesundheitsbewusstseins eine zentrale Rolle.

Gleichzeitig stellen Schulen einen ernstzunehmenden Unfallschwerpunkt dar. In 2011 wurden über 1,2 Millionen meldepflichtige Schulunfälle (d.h. Schulunfälle mit ärztlicher Behandlung) an allgemeinbildenden und beruflichen Schulen, Tageseinrichtungen und Hochschulen verzeichnet. Dies entspricht einer Quote von 75 Unfällen je 1.000 Schüler pro Jahr.

Ziele des Arbeitsprogramms

Das Arbeitsprogramm hatte die Aufgabe, neue Impulse und Anregungen für eine effektive Prävention und Gesundheitsförderung an allgemeinbildenden Schulen zu geben. Dabei war es das Ziel, Aktivitäten zu entwickeln, die Schulen dabei unterstützen, eine nachhaltig wirksame Präventionskultur zu etablieren. Schülerinnen und Schüler sollen die Möglichkeit haben, sicherheits- und gesundheitsrelevante Kompetenzen zu erwerben.

Geteilte Kompetenzen im Schulbereich

Die Träger der GDA standen vor der Herausforderung, dass es im Schulbereich eine geteilte Zuständigkeit für den "äußeren" Schulbereich (Bau, Gestaltung, Ausstattung und Einrichtung der Schulgebäude und Freiflächen) und für den "inneren" Schulbereich (Inhalte, Methoden und Organisation der schulischen Veranstaltungen) gibt. Der "innere" Schulbereich, der für die Ausbildung von Gesundheits- und Sicherheitskompetenzen von zentraler Bedeutung ist, fällt im föderalen System Deutschlands in die Hoheit der Kultus- bzw. Wissenschafts­ministerien der Bundesländer.

Die Arbeits- und Sozialminister der Länder sowie die Unfallversicherungsträger können im Rahmen der GDA somit lediglich Anregungen für die sicherheits- und gesundheitsförderliche Ausgestaltung der schulischen Bildungs- und Erziehungsprozesse geben. Diese müssen durch die Kultusministerkonferenz (KMK) und die zuständigen Landesministerien aufgegriffen und weiter konkretisiert werden. Ein Schwerpunkt der Aktivitäten des Arbeitsprogramms lag daher in der Abstimmung und Koordinierung der verschiedenen Beteiligten in den Bundesländern.

Geplant und durchgeführt wurde das Arbeitsprogramm von den für den Arbeitsschutz zuständigen Landesbehörden, den Trägern der gesetzlichen Unfallversicherung (UVT) und dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS).

Abstimmung der politisch Verantwortlichen auf Bundesebene

Grundvoraussetzung für die erfolgreiche Umsetzung des GDA-Arbeitsprogramms war, dass die im Schulbereich maßgeblichen Akteure (insbesondere die in der KMK vertretenen Kultus- bzw. Wissenschaftsministerien der Länder) die konkreten Maßnahmen des Arbeitsprogramms fördern und unterstützen.

Es wurde vereinbart, das bereits bestehende Kontaktgespräch zwischen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) und den Vertretern der Kultusministerkonferenz um Vertreter der Länder bzw. des Länderausschusses für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik (LASI) zu erweitern.

Auf Bundesebene wurde damit eine Plattform geschaffen, um die bundesweite Abstimmung zum GDA-Arbeitsprogramm und die Umsetzungsmaßnahmen auf Landesebene zu unterstützen.

Runde Tische in den Bundesländern

Das Arbeitsprogramm hat in fast allen Bundesländern Veränderungsprozesse angestoßen. Zentrale Maßnahme war die Einrichtung von Runden Tischen zur Sicherheits- und Gesundheitsschutzthematik in Schulen. Insgesamt haben 14 der 16 Bundesländer im Programmzeitraum Runde Tische eingerichtet.

Die inhaltliche Arbeit der Runden Tische variierte stark zwischen den einzelnen Bundesländern. Sie reichte von vorbereitenden Maßnahmen wie Bestandsanalysen und der Festlegung von zukünftigen Arbeitsschwerpunkten bis zu konkreten Umsetzungen, z.B. in Form von Schulleiterqualifikationen zu den GDA-Themenschwerpunkten. Der Abschlussbericht zum Arbeitsprogramm stellt die konkreten Ergebnisse der Runden Tische in den einzelnen Bundesländern vor.

Praxisbeispiel: Pilotprojekt Schulgebäudesanierung des Runden Tisches in Baden-Württemberg

In vielen Schulen ist die bauliche Situation in Bezug auf Lärm, Belüftung und Beleuchtung bisher nicht zufriedenstellend gelöst. Gleichzeitig stehen bei vielen Schulgebäuden Sanierungen an - beispielsweise aus energetischen Gründen. Durch eine intelligente, ganzheitliche Planung der Umbauten kann erreicht werden, dass dabei auch für die Innenräume - zum Beispiel Klassenzimmer und Lehrerzimmer - bauliche Verbesserungen entstehen.

Ziel des Pilotprojektes war es, das vorhandene Wissen für eine energieeffiziente, energetisch nachhaltige und lernförderliche Sanierung von Schulen praxisnah zusammenzustellen.
Das Internetportal "www.projekt-schulgebaeudesanierung.baden-wuerttemberg.de" bietet Informationen und Anregungen, um den Transfer in die Praxis zu fördern. Das Portal enthält umfangreiche Fachinformationen zu Sanierungsthemen, eine Zusammenstellung von Praxiserfahrungen sowie eine Beschreibung der Phasen einer Schulgebäudesanierung.

Planer und Entscheider bei den Schulträgern sowie ausführende Firmen und begleitende Fachleute der Bauarbeiten können sich damit über eine ganzheitliche Vorgehensweise bei anstehenden Sanierungsvorhaben von Schulgebäuden informieren.

Weitere Informationen:
www.projekt-schulgebaeudesanierung.baden-wuerttemberg.de

 

Materialien für Schülerinnen und Schüler

Unfallversicherungsträger, Länder und Institute haben eine Reihe von Materialen zum Thema Sicherheit und Gesundheitsschutz in Schulen erstellt. Aus den vorhandenen Informationsmaterialien wurden auf Schülerinnen und Schüler zugeschnittene Materialien zu den Themen Lärm, Gefahrstoffe und Biostoffe ausgewählt, um Lehrkräfte bei der Vorbereitung und Durchführung von Unterrichtsstunden fachlich zu unterstützen. Diese Materialien wurden den Schulen für ihre Aktivitäten empfohlen.

Internetportal gda-schulen.de

Der im Rahmen des GDA-Arbeitsprogramms Schulen erstellte Internetauftritt www.gda-schulen.de stellt Beschreibungen und Präsentationen zu den entwickelten Maßnahmen zur Verfügung. Er ist Teil eines Netzwerks, um Sicherheit und Gesundheitsschutz in Schulen zu fördern. Schülerinnen und Schüler, die Lehrerschaft und die Eltern sollen durch zielgruppengerechte Informationen erreicht werden.

Ausblick

Das Arbeitsprogramm hat dazu beigetragen, die Rahmenbedingungen für die Entwicklung einer Präventionskultur in Schulen zu verbessern. Der langfristige Erfolg des Arbeitsprogramms wird jedoch davon abhängen, dass die initiierten Kooperationen zentraler Akteure aus dem sozialpolitischen und bildungspolitischen Bereich fortgeführt und weiter intensiviert werden.

Aufgrund der hohen Bedeutung einer frühzeitigen Sensibilisierung von Schülerinnen und Schülern zum Thema sichere und gesunde Arbeit haben die Träger der GDA beschlossen, dieses Arbeitsprogramm unter dem Dach der GDA über das Jahr 2012 hinaus fortzuführen. Die operativen Aufgaben wurden an den DGUV-Fachbereich "Bildungseinrichtungen" (www.dguv.de/de/Prävention/Fachbereiche-der-DGUV/Bildungseinrichtungen/index.jsp) übertragen, an dem sich auch die Länder beteiligen.

Die vollständige Darstellung der Aktivitäten des Arbeitsprogramms ist im Abschlussbericht enthalten. Den Abschlussbericht sowie eine Kurzfassung (Deutsch und Englisch) finden Sie in der Box "Zum Thema".