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Sicher fahren und transportieren

Informationen zum Arbeitsprogramm Transport

Verkehr, Transport und Logistik spielen als Bindeglied der globalisierten Wirtschaftswelt eine wesentliche Rolle. In allen Wirtschaftszweigen sind Beispiele für Transporte von Material und Gütern zu finden.

Sicher zu fahren und zu transportieren ist auch für den Arbeitsschutz ein herausragendes Thema: Der Bereich des Transports ist gekennzeichnet durch überdurchschnittlich hohe Unfallzahlen. Je nach Branche stehen bis zu einem Drittel der Arbeitsunfälle in Verbindung mit Transportvorgängen.

Ziele des Arbeitsprogramms

Ziel des Arbeitsprogramms war es, die Anzahl und die Schwere von Arbeitsunfällen im Zusammenhang mit Transportvorgängen zu verringern. Im Fokus standen dabei: 

  • die Reduktion von Arbeitsschutzdefiziten bei Transportvorgängen
  • die Stärkung der Motivation und der Kenntnisse zum sicheren Fahren und Transportieren
  • eine systematische Wahrnehmung des Arbeitsschutzes, insbesondere durch angemessene Gefährdungsbeurteilungen
  • ein abgestimmtes Vorgehen der zuständigen Landesbehörden und der Unfallversicherungsträger bei der Beratung und Überwachung der Betriebe


Durch das Arbeitsprogramm sollten insbesondere zwei Instrumente zum Einsatz kommen:

  • abgestimmte Betriebsbesichtigungen und Beratungen durch die Arbeitsschutzexperten der Unfallversicherungsträger und der staatlichen Aufsicht
  • Gesprächsleitfäden zur Überprüfung des Arbeitsschutzes bei kritischen Transportsituationen

Betriebsbesichtigungen

Das Arbeitsprogramm wurde von 2010 bis 2012 bundesweit von den Unfallversicherungsträgern und den für Arbeitsschutz zuständigen Landesbehörden durchgeführt. Dabei wurden u. a.  mehr als 60.000 Betriebsbesichtigungen durchgeführt und dadurch Betriebe mit insgesamt 3,5 Millionen Arbeitsplätzen einbezogen. Der Schwerpunkt lag auf kleineren und mittleren Betrieben - also jener Zielgruppe, auf deren Bedürfnisse die Gesprächsleitfäden (s.u.) besonders ausgerichtet waren.

Die Betriebsbesichtigungen dienten zum einen der Überwachung der Arbeitsschutzsituation, waren andererseits aber gepaart mit einem intensiven Beratungsangebot zu Fragen des innerbetrieblichen Transports sowie des Transports im öffentlichen Verkehr.

Zahlreiche Arbeitsschutzdefizite konnten unmittelbar durch das Aufsichtspersonal aufgegriffen werden und senkten damit die Risiken im Bereich des Transports. In 11 Prozent der aufgesuchten Betriebe wurde zudem eine Zweiterhebung durchgeführt. Dies geschah insbesondere dann, wenn bei der Erstbesichtigung schwerwiegende oder umfangreiche Defizite im Arbeitsschutz festgestellt wurden.

Gesprächsleitfäden für ein einheitliches und strukturiertes Vorgehen

Durch das Arbeitsprogramm wurden 13 Gesprächsleitfäden für verschiedene Themengebiete des Fahrens und Transportierens entwickelt. In den Gesprächsleitfäden sind Fragen zusammengestellt, die eine besondere Relevanz für einen funktionierenden Arbeitsschutz haben.

Die Gesprächsleitfäden hatten dabei eine Doppelfunktion:

  • sie waren Grundlage der Betriebsbesichtigungen durch das Aufsichtspersonal und halfen diesem, die Arbeitsschutzsituation anhand einheitlicher Standards zu überwachen und zu erfassen
  • sie boten den betrieblichen Verantwortlichen und deren Beratern einen einfachen Einstieg in das Thema "Sicher fahren und transportieren" - auch unabhängig von Betriebsbesuchen

Allein bei den Betriebsbesichtigungen durch das Aufsichtspersonal der GDA-Träger wurden insgesamt etwa 120.000 Gesprächsleitfäden eingesetzt. Darüber hinaus nutzten viele Betriebe die Gesprächsleitfäden außerhalb bzw. unabhängig von einer Überprüfung durch einen Aufsichtsdienst. Es konnte glaubhaft vermittelt werden, dass aufgrund des konzertierten Vorgehens im Rahmen der GDA eine hohe Wahrscheinlichkeit einer Besichtigung und Überprüfung anhand dieser Leitfäden bestand.

Die Gesprächsleitfäden standen sowohl online als auch in gedruckter Form zur Verfügung. Sie wurden sehr häufig angefordert. So wurden allein von diesem Portal über 80.000 Gesprächsleitfäden heruntergeladen. 

Kampagne "Risiko Raus"

"Risiko raus!" war eine gemeinsame Kampagne der Unfallversicherungsträger. Sie ergänzte die Beratungs- und Überwachungsaktivitäten innerhalb des Arbeitsprogramms durch breit angelegte Motivations- und Informationsinhalte zum sicheren Transportieren.

Die Kampagne präsentierte sich in den Jahren 2010 und 2011 mit dem Thema "Sicher fahren und transportieren" vor allem in Schulen und Betrieben, aber auch in der bundesweiten Öffentlichkeit. Zentrales Anliegen war die Prävention von Arbeitsunfällen beim betrieblichen Transport und Verkehr sowie von Arbeits-, Wege- und Schulunfällen im Straßenverkehr.

Weniger Unfälle beim Transport

Es ist gelungen, während der Laufzeit des Programms die Unfallquoten beim Transport zu senken. Das Unfallgeschehen in den relevanten Themenfeldern des Arbeitsprogramms ist im Vergleich zur allgemeinen Unfallquote weit überdurchschnittlich gesunken. Beispielsweise sank die Unfallquote beim Einsatz von Kranen und dem Anschlagen von Lasten doppelt so stark wie die allgemeine Quote.

Auch bei der Behebung von Arbeitsschutzmängeln wurden Fortschritte festgestellt. Viele Defizite wurden durch Nutzung der Gesprächsleitfäden durch die Betriebe eigenständig abgestellt. Für die Beseitigung weiterer Arbeitsschutzdefizite sorgte das Aufsichtspersonal der Träger. Zwei Drittel der bei der Erstbesichtigung durch das Aufsichtspersonal festgestellten Defizite waren bei der Zweiterhebung beseitigt. Bei den noch nicht abgestellten Defiziten wurde zudem weiter nachgefasst.

In Punkto Gefährdungsbeurteilung wurden hingegen deutlich geringere Fortschritte erzielt. So gelang es z. B. nur bei 31 Prozent der Betriebe, die beim Erstbesuch keine Gefährdungsbeurteilung durchführten, eine Verbesserung der Gefährdungsbeurteilung  bis zum Zeitpunkt der Zweiterhebung zu erreichen. 69 Prozent dieser Betriebe hatten auch bei der Zweiterhebung weiterhin keine Gefährdungsbeurteilung durchgeführt. 

Die vollständige Auswertung dieser Daten ist im Abschlussbericht des Arbeitsprogramms enthalten. Den Abschlussbericht sowie eine Kurzfassung (Deutsch und Englisch) finden Sie in der Box "Zum Thema".