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Sicherheit und Gesundheitsschutz bei einseitig belastenden und bewegungsarmen Tätigkeiten bei der Personenbeförderung im ÖPNV

Verbesserung der betrieblichen Präventionskultur und der individuellen Gesundheitskompetenz der Beschäftigten im Fahrdienst des Öffentlichen Personennahverkehrs

Die Arbeitsunfähigkeit infolge Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems und des Bindegewebes bei Verkehrsberufen lag im Jahre 2006 insgesamt bei 29,3 %, in der Gruppe der über 45-Jährigen bei 35,5 %. Ca. 40 % der Fahrdienstunfähigkeiten von Busfahrern sind durch Muskel- und Skelett-Erkrankungen (MSE) bedingt.

Ursachen:

Bedeutsam sind insbesondere

  • dauerhaft sitzende, bewegungsarme und einseitig belastende Tätigkeit im Fahrzeug, verschiedenen Schichtsysteme einschließlich Nachtarbeit
  • wechselnde Einsatzzyklen und Einsatzorte
  • erhöhte und dauerhafte Aufmerksamkeitsanforderungen
  • Zeitdruck
  • soziale Isolation bei gleichzeitig ständiger Beobachtung durch andere Personen
  • hohe Verantwortung für Personen und Fahrzeuge
  • ständige Kundenkontakte, zunehmend auch mit Konflikten oder Gewalt
  • psychische Belastungen, z. B. durch belastende Verkehrssituationen, Unfälle
  • physische Belastungen wie Temperatur/Lärm/Vibrationen/Klima
  • unterschiedlich ergonomisch gestaltete Fahrerarbeitsplätze

Auswirkung:

  • Hohe Kosten für die betroffenen Branchen, menschliches Leid
  • erhöhte Personalfluktuation
  • Belastung der sozialen Sicherungssysteme
  • Zunahme der Unfallhäufigkeit

Ziel:

  • Verbesserung der Arbeitsbedingungen in Unternehmen und
  • Verbesserung des eigenverantwortlichen gesundheitsgerechten Verhaltens durch Stärkung der Gesundheitskompetenz der Beschäftigten
  • Verringerung der MSE Arbeitsunfähigkeitstage-Tage während der Programmlaufzeit durch

    • Erhöhung des subjektiven Wohlbefindens durch erweiterte Mitwirkung bei der Arbeitszeitgestaltung und damit der Erhöhung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie
    • Erhöhung der Gesundheitskompetenz durch Qualifizierung und Erweiterung der Handlungskompetenzen bei belastenden Situationen, der Bewältigung traumatisierender Ereignisse und der verhaltensbezogenen Kompetenzen im Umgang mit Konfliktsituationen
    • Optimierung der ergonomischen Gestaltung von Fahrerarbeitsplätzen, Betriebsanlagen und technischen Einrichtungen
    • Verbesserung des körperlichen Ausgleichs durch Förderung von Bewegungsübungen und gesundheitsbewusster Ernährung