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Dachevaluation der Strategieperiode 2013 bis 2018

Ausgangslage

Im Zentrum der Evaluation der GDA steht periodenübergreifend die Frage nach der Wirksamkeit und Effizienz des "Strategiemodells GDA" mit seinen drei Elementen:

  • abgestimmte Beratung und Überwachung der Betriebe
  • praxisnahe und kohärente Regelsetzung
  • Ausrichtung der Präventions- und Überwachungsaktivitäten an gemeinsamen Arbeitsschutzzielen und Arbeitsprogrammen

Mit der Dachevaluation der ersten Strategieperiode (2008 - 2012) wurden Wirksamkeit und Effizienz der GDA erstmalig untersucht. Die Ergebnisse dieser Evaluation stellen den Ist-Zustand der GDA im Sinne einer "Nullmessung" dar.

Methodik

Die Dachevaluation 2013 - 2018 untersucht die Aktivitäten und Ergebnisse der GDA während der zweiten Periode und beleuchtet Veränderungen und Entwicklungen im Laufe der Zeit. Wie auch bei der Evaluation der ersten Periode sind Erhebungen zu Umfang und Qualität der Kooperation mit Dritten sowie zur Akzeptanz des institutionellen Arbeitsschutzes (Handeln der Aufsichtsdienste und des Gesetzgebers) bei den Zielgruppen (Beschäftigten und Arbeitgebern) geplant.

Das Evaluationskonzept der ersten Periode wurde dafür weiterentwickelt. Die bisherigen fünf Zielebenen wurden stärker integriert und zu drei Zielebenen gebündelt, um Verzahnungen und Wechselwirkungen der verschiedenen GDA-Zielebenen besser zu erfassen. Folgende drei Zielebenen sind Grundlage der Evaluation:

  1. Beiträge zu den Arbeitsschutzzielen
  2. Wirksamkeit und Akzeptanz des institutionellen Arbeitsschutzes einschließlich des Vorschriften- und Regelwerkes
  3. Zusammenarbeit der Träger untereinander und mit Dritten

Die Evaluation der GDA-Arbeitsprogramme 2013 - 2018 ist nicht Aufgabe der Dachevaluation. Deren Evaluationsergebnisse werden jedoch bewertet und fließen in die Dachevaluation mit ein.

Eine wesentliche Neuerung der Evaluation der zweiten Periode ist, dass den geplanten GDA-Aktivitäten grundsätzlich Wirkungshypothesen zu einer schrittweisen Erreichung der Ziele zu Grunde gelegt werden. Basis der Untersuchung ist die Methode des Prozessorientierten Wirkungsmonitorings (PWM).

Prozessorientiertes Wirkungsmonitoring (PWM)

Über das PWM können kausale Zusammenhänge zwischen den Leistungen der GDA und ihren unmittelbaren Ergebnissen plausibel dargestellt werden. Dazu werden Wirkungsketten aufgestellt und anhand von (Nutzungs-)Hypothesen intermediäre Zielkategorien (und Indikatoren für diese Schritte der Wirkungsketten) bestimmt, auf die die Maßnahmen unmittelbaren oder mittelbaren Einfluss haben.

Abbildung: Das PWM-Wirkungsmodell

Abbildung: Das PWM-Wirkungsmodell

Die Schritte der Wirkungsketten sind wie folgt definiert:

Inputs: Aktivitäten und Leistungen der GDA-Akteure (Träger und Kooperationspartner), z. B. in GDA-Arbeitsprogrammen, bei denen die zugewiesenen finanziellen, personellen und materiellen Ressourcen genutzt werden, um die Generierung von Output vorzubereiten.

Outputs: abgeschlossene, d. h. für die Zielgruppen erbrachte Leistungen wie z. B. die abgeschlossene Erstellung und Freischaltung eines Online-Tools, durchgeführte Info-Veranstaltungen, Betriebsbesichtigungen etc. Outputs werden in erster Linie gemessen an Art und Menge der Ausbringung von Leistungen wie z. B. Betriebsbesichtigungen, Veranstaltungen etc.

(Erwartete) Nutzung: das erkennbare aktive Aufgreifen von Outputs durch die Zielgruppen. Eine Nutzung kann im direkten Gebrauch einer Leistung, beispielsweise eines Online-Tools, ebenso bestehen wie in der Umsetzung von Forderungen oder Anregungen zur Verbesserung der Verhältnis- und Verhaltensprävention.

(Erwartete) Ergebnisse: kurz- bis mittelfristige Folgen der Nutzung von Einzelmaßnahmen, Maßnahmenbündeln oder Arbeitsprogrammen. Sie werden beschrieben als veränderte betriebliche Zustände bzw. veränderte persönliche Verhaltensweisen, die (voraussichtlich) dadurch entstehen, dass die Zielgruppen die Outputs nutzen.

Wirkungen: langfristige übergreifende Folgen, gemessen an den Zielen der ergriffenen Maßnahmen (Interventionen); eingeschlossen sind intendierte wie nicht intendierte, positive wie negative Auswirkungen. Sie sind mittelbare Folgen von Outputs und/oder Ergebnissen sowohl bei den Zielgruppen, als auch in Politik und/oder Gesellschaft.

Da die Reaktion auf Maßnahmen der GDA innerhalb der am Anfang der Wirkungsketten stehenden Schrittfolge "Leistung - Output - Nutzung" noch relativ unmittelbar - beispielsweise in Form einer "Antwort" des Betriebs auf ein Revisionsschreiben seines Aufsichtsdienstes - erfolgt, können Ergebnisse hier mit hoher Plausibilität den Maßnahmen der GDA zugeordnet werden.

Anders verhält es sich mit der am Ende der Wirkungskette stehenden Schrittfolge "Ergebnis - Wirkung". Aufgrund des nur noch mittelbaren Einflusses der GDA sowie einer Reihe die GDA-Effekte überlagernder externer Einflüsse können Erfolge hier nicht mehr auf GDA-Maßnahmen als alleinige Ursache zurück geführt werden. Stattdessen kann aber der Wirkungsbeitrag von GDA-Maßnahmen plausibel abgeschätzt werden. Insgesamt können Ergebnisse und Wirksamkeit der GDA auf Basis des PWM-Wirkungsmodells differenzierter analysiert werden.

Instrumente

In die Evaluation der GDA fließen ein

  • Ergebnisse der GDA-Arbeitsprogramme,
  • Befunde aus repräsentativen quantitativen Befragungen von Betrieben und Beschäftigten,
  • Befunde aus quantitativen Befragungen des Aufsichtspersonals von Ländern und Unfallversicherungsträgern,
  • Erkenntnisse aus qualitativen Erhebungen / Interviews mit GDA-Akteuren und Kooperationspartnern und
  • Auswertungen statistischer Daten sowie des GDA-Berichtswesens.

Dieser Instrumenten- und Perspektivenmix wird der Komplexität der GDA-Aktivitäten gerecht und ermöglicht verlässliche Aussagen über deren Einfluss auf den betrieblichen Arbeitsschutz.

Umsetzungsstand

Die GDA wird - wie in der ersten Periode - durch unabhängige Forschungsinstitute evaluiert.

Tabelle: Meilensteine der Dachevaluation, Strategieperiode 2013 - 2018

ZeitabschnittMeilenstein
Juni bis September 2015Durchführung der repräsentativen quantitativen Befragungen von Betrieben und Beschäftigten
Juni 2016Auswertungsworkshop mit Vertretungen der GDA-Träger und Sozialpartner zu den Ergebnissen der Betriebs- und Beschäftigtenbefragung
August 2016Gemeinsame Sitzung von Mitgliedern des Länderausschusses für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik und Mitgliedern der Präventionsleiterkonferenz der Unfallversicherungsträger zu den Ergebnissen der Betriebs- und Beschäftigtenbefragung
November 2016 bis Februar 2017Durchführung der Befragung des Aufsichtspersonals
März 2017Zwischenbericht zur GDA-Dachevaluation (Verabschiedung durch Nationale Arbeitsschutzkonferenz)
4. Quartal 2017Durchführung der qualitativen Befragungen von GDA-Akteuren und Kooperationspartnern
1. Quartal 2018Workshop mit Vertretungen der GDA-Träger und Sozialpartner zu den Gesamtbefunden der Dachevaluation
2. Quartal 2018Abschlussbericht zur GDA-Dachevaluation (Verabschiedung durch Nationale Arbeitsschutzkonferenz)