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Informationen zum Arbeitsprogramm "Sicher fahren und transportieren"

Das Arbeitsprogramm "Sicher fahren und transportieren" gilt dem GDA-Ziel "Verringerung von Häufigkeit und Schwere von Arbeitsunfällen unter Einbeziehung der Verringerung von psychischen Fehlbelastungen und Förderung der systematischen Wahrnehmung des Arbeitsschutzes im Unternehmen". Es wird im Rahmen des GDA-Handlungsfeldes Logistik, Transport und Verkehr bundesweit von allen Trägern der GDA einheitlich durchgeführt.
Die Laufzeit des Programms erstreckt sich über 3 Jahre von 2010 bis 2012.

Ausgangssituation

Transporte haben eine Schlüsselfunktion für die wirtschaftliche Entwicklung. Unfälle verursachen neben dem persönlichen Leid wirtschaftliche Belastungen, Gefährdungen Dritter, Umweltgefährdungen und damit verbunden auch Ansehens- und Vertrauensverlust bei Kunden und Auftraggebern.

Transport Gabelstapler, Quelle: BGHW

Noch immer sind die Unfallzahlen beim Transport sehr hoch. Jeder dritte Unfall geschieht im Zusammenhang mit Fahr- oder Transporttätigkeiten.

Ursachen für Unfälle beim innerbetrieblichen Transport sind unter anderem:

  • hohe Umschlagsgeschwindigkeiten
  • hoher Zeitdruck, z. B. aufgrund immer kleinerer Lagerbestände
  • immer größere und schwerere zu transportierende Einheiten
  • Zusammenarbeit verschiedener Unternehmen, insbesondere an den Schnittstellen des innerbetrieblichen Transports
  • Einsatz immer größerer und leistungsfähigerer, oft voll- oder teilautomatisierter Umschlagsgeräte
  • unzureichende Trennung von Personen und Fahrzeugverkehr im Umschlagbereich
  • unzureichende Information und Ausbildung des Personals
  • Abstürze, z. B. von Hubladebühnen
  • unzureichende Regelungen für die Störungsvermeidung und Störungsbeseitigung besonders bei vernetzten und unübersichtlichen Anlagen der Fördertechnik

Ursachen für Unfälle bei Transport im öffentlichen Verkehr sind unter anderem:

  • Ladungssicherung und -kontrolle
  • Be- und Entladetätigkeiten
  • Übermüdung
  • Arbeitsmonotonie
  • Zeitdruck
  • hohes Verkehrsaufkommen
  • zusätzliche Anforderungen an das Fahrpersonal auch während der Fahrt, z. B. Anrufe, Fax
  • Tätigkeiten im öffentlichen Verkehrsraum, z. B. Auslieferung, Wertstoffsammlung, Pannen

Ziele des Arbeitsprogramms

Reduzierung der Zahl und Schwere der Arbeitsunfälle, durch

  • Verbesserung der systematischen Wahrnehmung des Arbeitsschutzes
  • Erhöhung des Sicherheitsbewusstseins
  • Optimierung der Kompetenzen und der Qualifizierung und Ausbildung zum Thema Arbeitsschutz
  • Abgestimmtes Vorgehen der für den Arbeitsschutz zuständigen Landesbehörden und der Unfallversicherungsträger bei der Beratung und Überwachung der Betriebe

Durchführung

Im Rahmen des Arbeitsprogramms "Sicher fahren und transportieren" werden Arbeitsschutzexperten der Unfallversicherungsträger und staatlicher Aufsicht arbeitsteilig im Rahmen ihrer üblichen Beratungs- und Überwachungstätigkeiten in den Betrieben Themen des innerbetrieblichen Transports und des Transports auf Straßen ansprechen.

Die Experten werden dabei abgestimmt und nach der gleichen Methode anhand der Gesprächsleitfäden vorgehen.

Unterstützt wird das Arbeitsprogramm durch Partner, Sicherheitsfachkräfte und Betriebsärzte, die in ihrem Bereich über das Arbeitsprogramm und die Gesprächsleitfäden informieren und in ihre eigene Arbeit einbinden.

Arbeitsprogrammleitung

Peter Löpmeier, Berufsgenossenschaft Handel und Warendistribution, 68161 Mannheim

Andreas Zapf, Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen, Winzererstraße 9, 80797 München

Stephan Gabriel, Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Proschhübelstraße 8, 01099 Dresden