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Arbeitsprogramme

Die Träger der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA) verständigen sich auf gemeinsame Arbeitsschutzziele. Bund, Länder und Unfallversicherungsträger gestalten anhand dieser Ziele und in enger Abstimmung mit den Sozialpartnern die Präventionsarbeit im deutschen Arbeitsschutz.

Arbeitsschutzziele werden für einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren festgelegt. Alle GDA-Träger und weitere Akteure führen in diesem Rahmen abgestimmte Aktionen und Maßnahmen zur Zielerreichung durch. Sie konzentrieren sich dabei auf Schwerpunkt-Themen und führen in festgelegten Handlungsfeldern konkret formulierte Arbeitsprogramme durch.

Ziele und Maßnahmen der 3. GDA-Periode

Das strategische Ziel der 3. GDA-Periode lautet: "Arbeit sicher und gesund gestalten: Prävention mit Hilfe der Gefährdungsbeurteilung. Miteinander und systematisch für

  • gute Arbeitsgestaltung bei Muskel-Skelett-Belastungen
  • gute Arbeitsgestaltung bei psychischen Belastungen
  • einen sicheren Umgang mit krebserzeugenden Gefahrstoffen."

In den für die 3. Periode der GDA festgelegten Arbeitsprogrammen werden diese Ziele angestrebt und entsprechende Maßnahmen sukzessive umgesetzt.

Zielgruppen

Die Programme richten sich an Arbeitgeber/innen und Führungskräfte, betriebliche Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, Fachkräfte für Arbeitssicherheit, Betriebsärztinnen und -ärzte, betriebliche Interessenvertretungen, Expertinnen und Experten zum Arbeitsschutz, aber auch an Beschäftigte und Versicherte sowie Sicherheitsbeauftragte. Insbesondere sollen in der 3. GDA-Periode kleine und mittlere Unternehmen in den Fokus genommen werden und von den angebotenen Programmen profitieren.
Auch das Aufsichtspersonal der Arbeitsschutzbehörden der Länder sowie der Unfallversicherungsträger (Berufsgenossenschaften, Unfallkassen und Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau) soll angesprochen werden, gleichfalls Verantwortliche der GDA-Träger, Forschende der Arbeitswissenschaft und anderer Fachrichtungen sowie Fachverbände, Innungen, Kammern und insbesondere auch die Fachorganisationen der Fachkräfte für Arbeitssicherheit und für Betriebsmedizin.

Arbeitsgruppe "Betriebsbesichtigungen"

Das abgestimmte Aufsichtshandeln zwischen den Ländern und den Unfallversicherungsträgern ist im Arbeitsschutzgesetz vorgeschrieben. Zudem haben die Erhebungen und Befragungen in Unternehmen im Rahmen der 2. GDA Periode ergeben, dass insbesondere Klein- und Mittelbetriebe keine angemessene Gefährdungsbeurteilung für die Tätigkeiten im Betrieb erstellt haben.

Ziel

Ziel des abgestimmten Aufsichtshandelns ist es, sowohl bei der betrieblichen Arbeitsschutzorganisation in den Unternehmen Verbesserungen zu erreichen wie auch die Durchführung angemessener Gefährdungsbeurteilungen in den Betrieben zu fördern.

Maßnahmen

Das Aufsichtspersonal der Träger führt jährlich rund 20.000 Besichtigungen in überwiegend Klein- und Mittelbetrieben (kleiner 250 Beschäftigte) durch. Werden Mängel festgestellt, wird die Beseitigung durch geeignetes Verwaltungshandeln veranlasst.

Das Aufsichtspersonal wird in der Anwendung des Grunddatenbogens und der von der AG Betriebsbesichtigung erstellten Handlungsanleitung geschult.

Programm "Muskel-Skelett-Belastungen" (MSB)

Arbeitsbedingte Muskel-Skelett-Belastungen (MSB) treten unverändert sehr häufig auf und verursachen einen beträchtlichen ökonomischen Schaden.

Ziele

Das Programm zielt darauf ab, Gefahren und Belastungen im Vorfeld zu erkennen und dadurch die Erkrankungen/Belastungen des Muskel-Skelett-Systems in den Betrieben zu reduzieren. Dabei soll ein integrativer Ansatz verfolgt werden, der aus der Befähigung der betrieblichen Akteurinnen und Akteure, der Qualifizierung des Aufsichtspersonals und der Kombination von verhältnis- und verhaltenspräventiven Maßnahmen besteht.

Maßnahmen

Vorgesehen sind die Bereitstellung von tätigkeitsbezogenen Informationen zu typischen oder besonders relevanten Muskel-Skelett-Belastungen, von Tipps, um vorliegende Belastungen zu reduzieren, und weiterer Maßnahmen und Gestaltungsprinzipien, beispielsweise die Online-Handlungshilfe "Bewusst bewegen – auch im Job". Anhand von Beispielen guter Praxis und durch Förderung von Qualifizierungsangeboten zum Umgang mit bzw. zum Einsatz von Instrumenten für die Gefährdungsbeurteilung MSB sollen substanzielle Verbesserungen erzielt werden.

Angestrebt wird insbesondere, die Rolle der Führungskräfte darin zu stärken, nicht nur eine angemessene Verhältnisprävention, zu etablieren, sondern auch das Verhalten der Beschäftigten in der Arbeitswelt so zu beeinflussen, dass Maßnahmen der Verhältnisprävention im Betrieb angenommen und gelebt werden. Bestehende Produkte aus dem Arbeitsprogramm MSE der 2. GDA-Periode, z. B. das Seminarmodul "Gelebte Gesundheit am Arbeitsplatz", die Prinzipien und Beispiele Guter Praxis, die Online-Handlungshilfe "Bewusst bewegen – auch im Job", werden zielgerichtet weiterentwickelt oder fortgeführt.
Auch bestehende Präventionsangebote und Produkte von GDA-Trägern und Kooperationspartnern zur Verhältnis- und Verhaltensprävention von MSE werden zielgruppenspezifisch bereitgestellt, beispielsweise über eine Online-Plattform.
Weitere geplante Maßnahmen sind die Erarbeitung einer eines Fachdatenbogens und einer Handlungsanleitung für die Schulung des Aufsichtspersonals.

Arbeitsprogramm "Psyche"

Mit dem Arbeitsprogramm PSYCHE wollen die GDA-Träger in der 3. Periode zum strategischen Ziel einer systematischen Erhöhung der Umsetzung von Gefährdungsbeurteilungen im Hinblick auf psychische Belastungen beitragen. Unter dem Titel "Miteinander und systematisch für gute Arbeitsgestaltung bei psychischer Belastung - Faktoren erkennen, Potenziale nutzen" soll dieses Thema, das weiterhin von großer Relevanz für den Arbeitsschutz ist, in den Fokus genommen werden.

Ziele

Mithilfe von Beratung und Empfehlungen sowie Überwachung seitens der Aufsicht soll darauf hingewirkt werden, dass Betriebe ihrer gesetzlichen Verpflichtung, eine Gefährdungsbeurteilung zu erstellen, nachkommen. Gefährdungen durch psychische Belastungen bei der Arbeit sollen systematisch beseitigt oder reduziert und Arbeit menschengerecht gestaltet werden. Mit Hilfe der Gefährdungsbeurteilung sollen sie erkannt und geeignete Maßnahmen veranlasst werden.
Das Programm zielt zudem darauf ab, das Aufsichtspersonal im Themenfeld psychische Belastung durch Schulungen und Erfahrungsaustausche zu stärken.

Maßnahmen

Im Rahmen des Arbeitsprogramms werden Materialien, Maßnahmen und Instrumente entwickelt und bereitgestellt.

Vorgesehen ist, die Qualitätsstandards für das Instrumentenangebot zur Durchführung der Gefährdungsbeurteilung bei psychischer Belastung weiterzuentwickeln. Spezielle Instrumente für kleine und mittlere Unternehmen entlang abgestimmter Qualitätsgrundsätze sollen ausgearbeitet und zur Verfügung gestellt werden.

Zudem sollen Empfehlungen zu guter Arbeitsgestaltung bei psychischer Belastung entwickelt und verbreitet werden, wie z. B. Anforderungen an Gestaltungsprozesse, Maßnahmen und Praxisbeispiele. Fachbeiträge sollen publiziert und eine online basierte Informationsplattform für gute Arbeitsgestaltung bei psychischer Belastung zur Verfügung gestellt werden.

Es ist ebenso vorgesehen betriebliche Akteure u.a. durch Weiterentwicklung und Verbreitung von Aus- und Fortbildungsrichtlinien, Muster-Curricula oder Workshop-Angeboten, z.B. für Sicherheitsbeauftragte, Betriebsärzte/innen, Betriebsräte, Führungskräfte, in diesem Themenfeld zu qualifizieren.

Arbeitsprogramm "Sicherer Umgang mit krebserzeugenden Gefahrstoffen"

Der Berufskrebs ist die arbeitsbedingte Todesursache Nummer 1 in Deutschland. Der Prävention kommt deshalb gerade beim Schutz vor Berufskrebs eine hohe Bedeutung zu.

Ziele

Ziel des Programmes ist es, Gefährdungen am Arbeitsplatz durch krebserzeugende Gefahrstoffe zu minimieren und möglichst zu verhindern.

Maßnahmen

Im Rahmen des Entwicklungsprozesses des Arbeitsprogramms "Sicherer Umgang mit krebserzeugenden Gefahrstoffen" sollen Betriebe, in denen Beschäftigte mit krebserzeugenden Gefahrstoffen Tätigkeiten ausüben oder diesen ausgesetzt sind von den Aufsichtsdiensten der Länder und der Unfallversicherungsträger besichtigt werden.
Für die Durchführung des Arbeitsprogramms "Sicherer Umgang mit krebserzeugenden Gefahrstoffen" werden Handlungsanleitungen für das Aufsichtspersonal der Länder und der Unfallversicherungsträger zur Verfügung gestellt, um ein abgestimmtes Aufsichtshandeln zu gewährleisten.

Mit Hilfe eines "Gefahrstoff-Checks" sollen die Betriebe in die Lage versetzt werden, eine Selbsteinschätzung durchzuführen.

Weiterhin sollen geeignete gute Praxisbeispiele mit Hilfe eines Online-Moduls gesammelt und präsentiert werden. In einer Kick-Off-Veranstaltung wird das Arbeitsprogramms vorgestellt. Zur Unterstützung und Information von Unternehmen werden Start-up-Pakete zur Verfügung gestellt sowie Ausbildungs-Curricula für einschlägige Berufe initiiert.

Ausblick zur Umsetzung der Arbeitsprogramme

Die skizzierten Arbeitsprogramme werden in den kommenden Monaten ihre Feinplanungen erstellen und speziell auf das jeweilige Ziel ausgerichtete Instrumente entwickeln. Die Planungen und Vorarbeiten sollen im Verlauf des Jahres 2020 abgeschlossen werden. Der Start der operativen Umsetzung durch das Aufsichtspersonal ist für die Arbeitsprogramme im 3. Quartal 2020 geplant.

Arbeitsprogramme 2013 bis 2018

Für den Zeitraum 2013 bis 2018 hatten die Träger der GDA drei Arbeitsschutzziele mit den entsprechenden Arbeitsprogrammen im Fokus:

1. Arbeitsschutz mit Methode – zahlt sich aus

Arbeitsprogramm "Organisation"

2. Prävention macht stark – auch Deinen Rücken

Arbeitsprogramm "Muskel-Skelett-Erkrankungen"

3. Stress reduzieren – Potenziale entwickeln

Arbeitsprogramms "Psyche"

Die aufgelegten Arbeitsprogramme wurden von Bund, Ländern und Unfallversicherungen gemeinsam und nach einheitlichen Grundsätzen durchgeführt. Präventionsmaßnahmen in den Betrieben sowie Aktivitäten in der Öffentlichkeit wurden untereinander abgestimmt.

Arbeitsprogramme 2008 bis 2012

Zielsetzung dieser Arbeitsprogramme war, die Häufigkeit und Schwere von Arbeitsunfällen, von Muskel-Skelett-Erkrankungen sowie von Hauterkrankungen zu verringern. Die Ergebnisse und Erfahrungen aus der Umsetzungsphase der einzelnen Programme haben wir hier für Sie zusammengestellt.

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